"Planmäßig" verhagelt - Stabsübung der Feuerwehr LE

Ein heißer Frühsommertag im Mai. Es ist Mittagszeit. Strahlender Sonnenschein. Doch von Westen her kommend schiebt sich drohend eine tiefschwarze Wolkenfront in Richtung Filderebene. Der auffrischende Wind entwickelt sich schnell zu heftigen Sturmböen. Zuckende Blitze begleiten das Donnergrollen – plötzlich prasseln abertausende Hagelkörner in der Größe zwischen Glasmurmeln und Golfbällen zusammen mit großen Regenmengen auf die Erde nieder. Binnen weniger Minuten sind die Straßen überflutet und mit einer zentimeterdicken Hagelschicht überzogen, da Laub und Schlamm die Abwasserkanäle und Gullys verstopfen und die Kanalisation die enormen Wassermengen nicht mehr sofort aufnehmen können.

Über den Nachmittag des 20. Mai fand eine knapp vierstündige Stabsübung der Einsatzabteilungen der Feuerwehr LE statt. Im Rahmen einer Führungskräfteausbildung wurde ein Großschadens- bzw. Flächenlagenereignis, hier ein schweres Hagelunwetter über dem Stadtgebiet von Leinfelden-Echterdingen, angenommen. Das Übungsszenario sah vor, dass aufgrund ihrer geografischen Höhenlage die Abteilungen Musberg und Stetten bereits in ihren jeweiligen Ortsteilen und im Siebenmühlental in mehreren zeitgleichen Unwettereinsätzen eingebunden sind. Zusätzlich sind Sonderfahrzeuge der Feuerwehr LE (Rüstwagen und Drehleiter) ebenfalls im Einsatz.

Da nun die Anzahl weiterer bei der Leitstelle eingehender Notrufe durch Hilfesuchende steigt, wird zur zentralen Koordination und Leitung der zahlreichen Einsätze im Stadtgebiet die Führungsgruppe der Feuerwehr LE alarmiert. Sie sollen das sogenannte Führungshaus, also das Führungs- und Lagezentrum, im Gerätehaus Leinfelden aufbauen und betreiben. Die Stabsübung wurde im gesamten Stadtgebiet bzw. in allen vier Stadtteilen Leinfelden-Echterdingens abgehalten. Hierzu wurde fiktiv von über 80 unwetterbedingten Einsatzmeldungen ausgegangen, die gleichzeitig aufgelaufen und priorisiert abzuarbeiten sind. So wurde angenommen, dass neben zahlreichen Unwettereinsätzen wie Wasserschäden, umgestürzte Bäume, vollgelaufene Keller, Hagelschäden und Sturmabdeckungen an diversen Dächern und Fassaden, auch weitere Primäreinsätze, wie etwa ein Brandmeldealarm oder eine Notfalltüröffnung, hinzukommen. Die ebenfalls aktiv in die Übung integrierte Einsatzmannschaft aller Abteilungen arbeiteten teilweise 32 Einsätze „real“ ab, d. h. sie übten beispielsweise praktisch das Öffnen von Türen oder führten Fahr- und Funkübungen, etwa im Siebenmühlental, Erkundungen der Übungsobjekte, Zufahrtskontrollen oder Anleiterproben mit der Drehleiter durch. Im Falle eines Echteinsatzes war und ist eine Wachbereitschaft vorgesehen.

Auch Oberbürgermeister Roland Klenk sowie der Leiter des Bürger- und Ordnungsamts, Gerd Maier, überzeugten sich bei ihrem persönlichen Besuch von der Arbeit des Führungsstabs, und informierten sich über die Funktion des Führungshauses. Die Organisatoren, insbesondere Stadtkommandant Wolfgang Benz sowie Dieter Hörz und Uwe Meier vom Arbeitskreis „Führungsgruppe“, zogen auch rückblickend auf den Sommer 2013 mit zuletzt ähnlichen Realeinsätzen nach den schweren Hagel- und Regenunwettern über der Region Stuttgart, ein positives Resümee zum Ablauf dieser Übung; sie sehen sich für den hoffentlich nicht so baldigen Eintritt eines solchen Großereignisses bestens gerüstet. Der Dank gilt auch allen knapp 45 Übungsbeteiligten.




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